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2. Das Zahlensystem


2.1 Die reellen Zahlen

 

2.1.1 Überblick

 

Sie kennen die folgenden Zahlenbereiche:

 

    die natürlichen Zahlen
      N={1,2,3,} bzw. N0={0,1,2,3,}
    die ganzen Zahlen
      Z={,3,2,1,0,1,2,3,}
    die rationalen Zahlen
      Q als Vereinigung von N, Z und 32, 14, 17123 usw.
    die reellen Zahlen
      R als Vereinigung von Q und allen irrationalen Zahlen

 


 

 

2.1.2 Wichtige Zahlen

 

Kreiszahl π=3.14159, nach G.W. Leibniz gegeben durch die Reihe π4=1113+1517+ Eulersche Zahl e=2.71828, von L. Euler definiert durch die Reihe e=1+11+112+1123+11234+ Mit der komplexen Einheit i gilt die von L. Euler gefundene Identität eiπ=1.

 


 

2.2 Allgemeine Rechenregeln

 

2.2.1 Regeln der Addition und Multiplikation

 

Reelle Zahlen können wir addieren und multiplizieren. Dazu dienen uns die folgenden Regeln.

 

Regeln der Addition

 

(A1)   Kommutativgesetz der Addition
    x+y=y+x für alle x,yR
(A2)   Assoziativgesetz der Addition
    (x+y)+z=x+(y+z) für alle x,y,zR
(A3)   Neutrales Element der Addition
    Es gibt genau ein Element 0R mit x+0=x für alle xR
(A4)   Neutrales Element der Addition
    Zu jedem xR gibt es genau ein xR mit x+(x)=0

 

Regeln der Multiplikation

 

(M1)   Kommutativgesetz der Multiplikation
    xy=yx für alle x,yR
(M2)   Assoziativgesetz der Multiplikation
    (xy)z=x(yz) für alle x,y,zR
(M3)   Neutrales Element der Multiplikation
    Es gibt genau ein Element 1R{0} mit x1=x für alle xR
(M4)   Neutrales Element der Multiplikation
    Zu jedem xR{0} gibt es genau ein x1R mit xx1=1

 

Distributivgesetz

 

(D)   x(y+z)=xy+xz für alle x,y,zR

 


 

 

2.2.2 Regeln der Anordnung

 

Auf R existiert neben der Gleichheitsrelation = auch eine Anordnungsrelation <. Es gilt folgendes Trichotomiegesetz: entwederx=yoderx<yodery<x.

 

Regeln der Anordnung

 

(O1)   Transititvität der Anordnung
    x<y und y<z impliziert x<z für alle x,y,zR
(A2)   Verträglichkeit mit der Addition
    x<y impliziert x+z<y+z für alle x,y,zR
(A3)   Verträglichkeit mit der Multiplikation
    x<y und z>0 implizieren xz<yz für alle x,y,zR

 

Wir schreiben xy, falls x<y oder x=y. Entsprechend verstehen wir > und .